Hej,
es ist tatsächlich schon ein halbes Jahr her, seit ich meine Augen lasern lassen hab und ich wollt euch jetzt mal so meine Erfahrungen dazu aufschreiben.
Ich wollte euch eigentlich ein kurzes Video drehen, wie man so durch eine Brille mit -7 Dioptrien sieht. Aber meine Kamera hat mir bei jedem Versuch einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Naja, ich hab mir schon vor ein paar Jahren überlegt ob ich die OP mache. Jedem der eine Brille auf der Nase trägt, brauch ich die Vorteile wohl nicht lange erklären, besonders keinem der ebenfalls -7 Dioptrien oder noch mehr hat.
Ehrlich gesagt hatte ich aber immer angst dass etwas schief gehen könnte.
Im März/April hat sich dann meine Mutter die Augen lasern lassen, alles ging gut und ich habe daraufhin beschlossen einfach mal die Voruntersuchung zu machen.
Die fand dann im Mai bei Herrn Dr. Pfäffl in Weilheim statt.
Fazit: Man kann lasern, die Augen könnten hinterher aber ein bisschen trockener sein.
Ich hab mir das durch den Kopf gehen lassen und hab mich dann am 29.06.2010 lasern lassen.
Ablauf
Am Vorabend musste ich schon einmal tropfen. Das waren glaub ich die Tropfen damit sich nichts entzündet.
Mein Problem: Die Tropfen landen überall, nur nicht im Auge. (ohne Witz) Da musste Mamilein dann herhalten.
Am Tag der OP bin ich dann in Begleitung meiner Mutter nach München. Ohne Begleitung operieren sie nicht. Im Gepäck eine Sonnenbrille die auch an den Seiten nichts durchlässt.
In der Klinik hab ich dann eine Schmerztablette bekommen, mein Auge wurde nochmal vermessen und es wurden ein paar letzte Tests gemacht. Danach durfte ich dann in den OP-Bereich wo ich einen Kittel, Überschuhe und eine sehr schicke OP-Haube bekommen hab.
Ich war ja vorher schon nervös, aber ab dem Zeitpunkt ist mir der Arsch auf Grundeis gegangen. Zum Glück waren da alle sehr nett, sonst wär ich wahrscheinlich durchgedreht.
Bis dahin dachte ich nämlich immer noch: "Wenigstens sieht du überhaupt was, wenn auch unglaublich schlecht."
Naja, ich durfte rein und da stand dieser riesen Apparat, der gleich meine Augen richten sollte.
Also rauf auf die Liege und schon kamen die Betäubungstropfen ins Auge.
Danach wurden so Klammern angebracht, damit ich nicht blinzeln konnte. Was nicht wehtat aber ein bisschen ungewohnt war.
Die erste Station war dann der Laser, der Bläschen unter die Hornhaut macht und dann den Schnitt setzt. Das drückt ein klein wenig aufs Auge, tut nicht weh aber ist ein bisschen unangenehm. Der Vorteil ist aber, dass es ca. 30 Sekunden je Auge gedauert hat.
Danach wurde die Hornhaut dann umgeklappt und ich kam unter den zweiten Laser. Das ist dann der, der die Sehschärfe richtig korrigiert.
Ich dachte immer, dass muss ja richtig blenden, wenn das Ding in dein Auge lasert, aber nichts da. Man sieht halt ein Licht in das man schauen soll, das blendet aber nicht. Vorher wurde mir noch erklärt, dass der Laser erkennt wenn ich den Augapfel bewege und da mitgeht bzw. kurz stoppt. Trotzdem sollte ich versuchen möglichst nur in das Licht zu sehen.
Das Ding fing an und ich dachte mir wow, was stinkt hier so. Habt ihr schon mal gerochen, wenn Kühen die Klauen ausgeschnitten werden? Wenn ja, genauso riecht es auch beim Augenlasern. Ansonsten merkt man davon gar nichts. Es tut nicht weh und ist auch nicht unangenehm. Es stinkt nur.
Das hat dann je Auge 60 Sekunden gedauert und die letzten 10 wurden mir dann auch angesagt.
Danach wurde das Auge dann ausgespült und die Hornhaut wieder zurückgeklappt. Das auf- und zuklappen hat übrigens Herr Dr. Zenk selber gemacht und nicht der Laser
Und hier kam das einzige was ich wirklich total unangenehm fand. Er hat mir nämlich aus Versehen übers Gesicht gespült. Zwar nur eine mini Menge, das war aber kalt. *brrr*
Ich hab mir gleich beide Augen auf einmal lasern lassen und war ungefähr 15 Minuten auf dem Behandlungsstuhl.
Und dann kam der Moment der Wahrheit.
Ich durfte mich vorsichtig aufsetzen (manchen wird wohl ein bisschen schwindlig dabei) und sollte auf die Tafel an der Tür schauen und mal vorlesen.
Auf der standen die üblichen Buchstabenreihen, die man vom Augenarzt so kennt und....
bei Reihe 7 haben sie mich dann gestoppt, weil ich aus lauter Freude so schnell die Buchstaben runter gerattert hatte, dass die gar nicht mehr mitkamen.
Ich konnte ohne Brille klar sehen, keine zwei Minuten nach der OP!
Das Gefühl war einfach unbeschreiblich.
Dann ging es wieder zurück in den Warteraum, Sonnenbrille auf und ein bisschen was trinken.
Eine halbe Stunde später wurden die Augen noch mal untersucht, ich bekam zwei Augenmasken, ein paar Fläschchen mit Augentropfen und durfte nach Hause.
Wir sind dann direkt noch ins Vapiano und hier kann ich euch nur empfehlen, sucht euch direkt nach einer Augenop lieber ein Restaurant, bei dem nicht vor eurer Nase gekocht wird. Die Dämpfe sind ein bisschen unangenehm.
Den Nachmittag zu Hause hab ich dann ehrlich gesagt verschlafen, einfach weil ich auf Schmerzmittel öfters so reagiere.
Am Mittwoch und Freitag musste ich dann jeweils zur Nachuntersuchung und dort bekam ich dann auch die vorübergehende Bestätigung für den Straßenverkehr, das ich ohne Brille fahren darf.
Die Brille endgültig aus dem Führerschien austragen, kann man erst nach drei Monaten. Da bin ich dann also noch mal zum gründlichen durchchecken und jetzt steht nichts mehr von einer Brille in meinem Führerschein.
Viele haben ja immer die Frage, wie blendempfindlich man nach so einer OP ist.
Am ersten Tag soll man ja die Sonnenbrille tragen und da in der Zeit in der ich mich hab lasern lassen schönstes Sommerwetter war, hab ich die Sonnenbrille ca. drei Tage lang fast andauernd aufgehabt.
Für mich war vor allem das Fernsehschauen ein bisschen unangenehm. So hab ich halt Harry Potter 5 mit Sonnenbrille angeschaut.
Aber danach gab es überhaupt kein Problem mehr mit der Blendempfindlichkeit. Im Gegenteil. Früher fand ich den Gegenverkehr nachts immer unerträglich. Heute ist das viel angenehmer.
Autofahren
Ich bin zum ersten Mal drei Tage nach der OP gefahren. Es wäre ehrlich gesagt schon einen Tag später gegangen, ich wollte aber abwarten bis ich die Bestätigung vom Augenarzt hatte, damit es bei einer Verkehrskontrolle keine Probleme gegeben hätte.
Trockene Augen
Hab ich nicht, auch wenn dies ja vom Augenarzt aus möglich gewesen wäre.
Wie ist es jetzt ein halbes Jahr später?
Spitze! Ich seh 1a, hab keine Probleme mehr mit anlaufenden Brillen im Winter und auch im Regen kann ich mein Gesicht nach oben strecken. Da versperren hinterher keine Tropfen mehr meine Sicht. Die Augen sind nicht trocken, mich blendet nichts, ich hab keine Problem in der Nacht oder beim Autofahren und finde es toll.
Ich bin ja ehrlich gesagt überrascht wie schnell ich mich an das Leben ohne Brille gewöhnt habe. Das hat keine Woche gedauert, da hab ich mir das an die Nase fassen und Brille hochschieben schon abgewöhnt.
Mein Fazit
Jederzeit wieder!
So, das ist jetzt etwas länger geworden als beabsichtigt. Vielen Dank wenn ihr bis hier gelesen habt.
Wenn irgendjemand Fragen zu der OP hat oder ich irgendwas nicht ausführlich genug beschrieben hab. Lasst mir einen Kommentar da, ich erklär es euch gerne so gut ich kann.
Ansonsten wünsch ich euch noch ein schönes Restwochenende
Taylor